Montag, 28. März 2016

Nie ein Ende #2

... und die Tage, bis wir uns wiedersehen, vergehen wie ein Countdown. Alles wartet auf den Startschuss.
Die vergangenen Wochen waren nicht immer leicht für mich.
Nicht gerade selten saß ich da, habe mich an die gemeinsame Zeit erinnert und dabei geweint, weil ich mich nicht vollständig gefühlt habe.
Ein Teil von mir hat genau dann gefehlt, als ich es am meisten brauchte.
Doch jetzt weiß ich, dass es bald soweit ist! Und es ist klar, was passieren wird; das weißt du und das weiß ich.
Ein leerer Bahnsteig, ein Zug führt ein.
Menschenmassen strömen heraus und drängeln auf den Bahnsteig.
Ganz plötzlich schallt ein lauter Schrei durch die Bahnhofshalle und für einen kurzen Moment sehen irritierte Blicke zwei Mädchen, die sich in den Armen liegen.
Du und ich!
Man kann uns die Erleichterung ansehen, denn für wenige Tage ist nun alles wie früher.
Wir wissen: wir brauchen uns nichts erklären, denn jeden Satz den die eine beginnt, könnte die andere genau so gut beenden. Wir arbeiten wie ein Uhrwerk, die Zahnräder greifen genau ineinander.
Wir können uns aufeinander verlassen, können uns vertrauen. Auch, wenn im Hinterkopf immer der Gedanke herumschwebt, dass unsere Zeit miteinander begrenzt ist.

Samstag, 18. Juli 2015

Zeitlos

Siehst du mich hier
Für dich leben
Dir jeden Schritt vorzumachen
Gekonnt und vorausschauend 

Spürst du mich hier
Für dich hoffen
In Ordnung bringend
Was du zerstört hast 

Spürst du den Vorwurf
Aufgebauscht im Raum
Wie er umherwabert
In meinen Mund
Der vor Erstaunen 
Offen stehen blieb
Als du mir vorwarfst 
Ich würde mich nicht trauen
Wäre immer abgelenkt
Würde deiner Spontanität
Nur so gehemmt vertrauen
Aber woher soll ich die Zeit nehmen?
Sag es mir
Wenn ich stets darauf bedacht bin 
Deinem Leben einen Sinn zu schenken 

Dienstag, 23. Juni 2015

Nie ein Ende

Irgendwann kommt für jeden einmal die Zeit,
An der er versucht vorbei zu denken.
Ich verbringe einen der letzten Tage mit dir
Und du wirkst so wie immer, kein bisschen gestresst, kein bisschen verstellt und kein bisschen fremd.
Dass du auch in den unmöglichsten Situationen du selbst bleiben kannst,
Fand ich schon immer bewundernswert.
Warm und vertraut
Liegst du in meinen Armen
Und aus einer Stunde werden unzählbar viele.
Und wir beide wissen:
Nichts daran ist verkehrt.
Im Grunde ist alles geregelt,
Im Grunde ist alles geklärt,
Manches zwar etwas zu vorausgeplant
Für meinen Geschmack,
Und für deinen auch, das weiß ich ganz sicher.
Aber die Welt ist weniger spontan
Als wir es schon immer gewesen sind.
Und während wir darüber reden,
Wie es für uns weiter geht,
Halten wir uns an den Händen,
Klammern uns aneinander fest -
So als gäb´s nie ein Ende
Für uns zwei. 

Montag, 22. Juni 2015

Unsichtbar

Ich schiebe die Sonne vor mir her
Um meine Schattenseiten vor dir zu verbergen
Deine Blicke lassen mich nicht los
Sie brennen mir im Rücken
Verachten mich bloß
Und zusammenhangslos
Spiegeln sich 
Meine Lügen in deinen Augen

Ich habe nichts dagegen
Dass du weiter musst
Habe nie voll und ganz auf dich gebaut
Dir nie endgültig vertraut
Denn du bist jemand
Unentbehrlich
Du wirst von jedem gebraucht

Und ich ziehe mich zurück
Gehe nach wie vor meinen Leidenschaften nach
Ein bisschen eigenbrötlerisch
Was keiner außer dir so seltsam gerne mag

Und auch wenn wir nie übereinstimmen
Sind wir immer füreinander da
Zur richtigen Zeit am selben Ort
Doch stets füreinander unsichtbar 



Sonntag, 21. Juni 2015

Fels

Zitate und Texte
Gedanken, Gefühle 
Asche zu Asche 
Staub zu Staub
Ich steh mir zu oft selbst im Weg

Stille Vorwürfe klingen im Raum
Hallen an den Wänden wieder
Die Nacht färbt meine Seele schwarz
Ich steh mir so oft selbst im Weg

Verzaubert von der Musik, die immer lauter erklingt
Singen bis die Stimme verklingt
Atmen, leben, frei von Trümmern
Endlich wieder dazu gehören

Samstag, 20. Juni 2015

Verzeihen

Wärst du ein anderer
Würde ich dir verzeihen
Mich Stück für Stück
Von deinen Lügen befreien
Aber weil du bist wie du bist
Und das für uns beide nichts Neues ist
Sitz ich hier und schreib diese Zeilen
Denke an die Worte, die auch nach zwei Stunden noch immer in meinem Kopf verweilen
Und fühle mich schlecht
Du bist so ungerecht
Und plötzlich kommt es mir gar nicht mehr seltsam vor
Dass sich in dem was ich schreib
Nichts mehr reimt
Dass nichts mehr ist wie es scheint
Sobald es einen Weg gefunden hat
In großen dicken kantigen Lettern
Ungelenk aufs Papier zu pfeffern
Manche Worte sind leicht verzerrt
Verschwommen und verwischt von meinen Tränen
Du findest das interessant
Und schlägst mir vor
Die Worte, die noch klar zu sehen sind
Genau so verzerrt zu gestalten
Und ich denke nach und schüttele den Kopf
Denn woher will jemand wie du so etwas wissen?
Du hast mich noch nie verstanden

Freitag, 19. Juni 2015

Träume

Wir alle haben dieselben Ziele
Wir alle haben dieselben Fragen
Ständig auf der Suche nach Inspiration
Vielleicht auch nach der großen Liebe fürs Leben
Wozu sich also über irgendetwas aufregen?
Jeder von uns möchte sein Leben
Vom Leben des Anderen variieren, es einzigartig gestalten
Fehler vertuschen, Reichtümer verwalten
Und keiner gesteht sich gerne ein
Dass es ihm unangenehm ist ein Neider zu sein
Nach außen hin wirkt er abgekühlt
Als hätte er alle Zweifel hinweggespült
Einfach durchgestrichen, zur Seite gekehrt
Verbannt, damit niemand jemals von ihnen erfährt
Es gelingt ihm nicht, sich seinen Talenten hinzugeben
Denn für wen bedeuten Berge von Büchern heutzutage Wohlbehagen, ein friedliches Leben?
Doch in der Nacht wenn er sich frei und ungestört fühlt
Und der Dämon auf seiner Schulter vor Müdigkeit die Augen verdreht
Fällt ihm auf, wie er unbemerkt seine Gedanken durchwühlt
Nach der vergessen geglaubten Story
Dem poetischsten Meisterwerk
Das je ein Mensch zustande brachte
Und am Morgen blickt er auf
Und hält es fast für einen Traum
Doch neben seinen Fingern, in denen Funken sprühten
Findet er die Seiten, die mehr aussagen über Zeit und Raum
Als jede noch so berühmte Theorie
Jetzt sollte er glücklich sein
Denn er hat seinen Frieden wiedergefunden
Doch das tropfende Kerzenwachs
Brennt in seinen Wunden
Reißt sie auf, zwingt ihn in die Knie
Und die schwarzen, schlierigen Gedanken, sagt der Dämon –
Bitteschön – da kommen sie!